MASTERPLAN: Klangjuwelen aus dem Königreich Nachdem sich die Zusammenarbeit mit Sänger Mike DiMeo bei der Band und den Fans als herbe Enttäuschung entpuppt hatte, ist es Roland Grapow, dem Großhirn von MASTERPLAN gelungen, Ursprungssänger Jorn Lande wieder zu integrieren. Zu laut geworden waren die Rufe der Anhängerschaft nach Lande, deutlich herauskristallisiert hatte sich die Erkenntnis, daß die Magie der Band nur zusammen mit dem norwegischen Gesangswunder vorhanden sein kann. Dritter März 2010, Hamburg Reeperbahn, Headbangers Ballroom. Die deutsche Metal-Presse ist geladen, um dem fast fertig gemischten, neuen MASTERPLAN-Album zu lauschen. Jorn Lande ist wieder im Boot, es knistert ein wenig in der muffigen Luft im Backstage-Bereich des traditionsreichen Metal-Tempels in der Hansestadt. Doch nicht nur ‘Time To Be King’, so der Titel der neuen MASTERPLAN, soll der schreibenden Zunft vor Ohren geführt werden - der Ballroom wird heute neu eröffnet. Unter anderem auf dem Abendprogramm: MASTERPLAN-Drummer Mike Terrana mit einem Symphony-Projekt und KICKHUNTER, einst Hobby-Kapelle von HELLOWEEN-Bassist Markus Großkopf, der auch geladener Gast ist. Lande glänzt heute leider durch Abwesenheit, er will sich auf spätere Promoarbeit konzentrieren. Nach dem Eintrudeln und klärenden Worten seitens der Plattenfirma, warum das Ergebnis noch nicht ganz in trockenen Tüchern ist (Kunst braucht seine Zeit...), gibt’s den Titelsong gleich zu Beginn. Lande hat sich dabei alter RAINBOW bedient, er singt souveräner denn je. Ungeheuer heavy und nach vorne dann ‘Fiddle Of Time’, in der Folge ‘Lonely Winds Of War’, episch angehaucht und ausgestattet mit einer fantastischen Gesangslinie. Melodien des Frohsinns à la ‘Heroes’ vom ersten Studiowerk? Bis jetzt Fehlanzeige, und dabei bleibt es auch. Sie finden lediglich im Bonustrack ‘Kisses From You’, wo Grapow und Lande den gemeinsamen Helden QUEEN Tribut zollen, Verwendung. In fast allen Stücken tauchen hochinteressante Klavier- und/oder Keyboard-Akzente von Axel Mackenrott auf, so auch beim bärenstarken ‘Blow Your Winds’. Der Hüne, welcher mittlerweile einen nicht unerheblichen Teil der Songs schreibt, ist heute auch da. Nach dem kompletten Durchlauf stellt ‘Time To Be King’ MASTERPLAN in einem neuen Licht dar. Tiefgängiger, dramatischer und weniger leichtfüßig klingt man 2010, ja sogar back to the roots in Richtung der 70er heißt an einigen Stellen die Devise. Im Interview nach der Listening-Session wirkt Roland Grapow entspannt und ist auch ein bißchen stolz. “Der Albumtitel ‘Time To Be King’ ist aufgrund einer Textzeile gewählt worden”, erklärt der blonde 50-Jährige. “Klingt doch irgendwie positiv und selbstbewußt. Durch die Pleite mit Mike DiMeo war ich ziemlich desillusioniert. Nachdem Axel aber ein paar vielversprechende Stücke für unsere neue CD geschrieben hatte, war ich wieder in der Spur und hab mich wieder eingeklinkt. Mit dem Material konnten wir Jorn letztendlich überzeugen, wieder zu uns zurückzukehren.” Daß der Knoten nun geplatzt sei und beide Seiten wüßten, was sie aneinander haben, bejaht Grapow. “Mir persönlich hat Jorn von dem Moment an gefehlt, als er ausgestiegen war. Ich wußte, das wird ein Problem. Wir hatten jemanden verloren, den wir sehr zu schätzen wußten. Schließlich war es nicht so, daß wir uns gestritten haben. Es ging damals darum, wie weit wir musikalisch nach links und rechts gehen können. Der Mittelweg war zu eng geschnürt. Uli (Kusch, Drumkoryphäe und Originalmitglied) und ich waren auf der einen, Jorn auf der anderen Seite. Wir haben den Wert unserer Zusammenarbeit zu wenig berücksichtigt. Eigentlich wären nur ein paar Korrekturen und Zugeständnisse nötig gewesen, um den Split zu verhindern.” Chris Grenzer Der
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