TRYPTIKON: Frost war erst der Anfang!

In heutiger Zeit ist es für jeden Musikfan schon gewöhnlich, das Kommen und ebenso starke Vergehen junger Bands innerhalb weniger Jahre zu erleben. Gerade im Metal scheinen viele Acts verfrüht in das Business mit Album-Tour-Rhythmus gepreßt zu werden, so daß der Ausbau ihrer Kreativität irgendwo auf der Strecke bleibt. Um so überraschter waren alle CELTIC FROST-Fans, die erst vor wenigen Jahren die umjubelte Rückkehr ihrer Legende mit dem grandiosen Düsterwerk ‘Monotheist’ feiern durften, als Mastermind und Sänger Tom Gabriel Fischer seine Trennung von den anderen Bandmitgliedern und damit das unwiderrufliche Ende der Band verkündete. Daß Tom mit ‘Eparistera Daimones’ und TRIPTYKON noch mehr als eine (Grabes)Schippe an mächtiger Dunkelheit und gar wunderbar erhabenem FROST-Sound drauflegen kann, hätte indes wohl nicht mal sein großer Coverkünstler H.R.Giger geglaubt...

Als Vollblut-Musiker und -Künstler ist es für Tom schnell erzählt, wie er nach der Misere eben keine Motivationsblockade hatte und drei Jahre später sogar erstarkt auf die Bühnenbretter zurückkehrt:

“Bei CELTIC FROST war ich eigentlich voller Energie und Pläne, und so kann ich schon sagen, daß wir auf so einer Art kreativem Höhepunkt waren - zumal die Tour so fantastisch war, daß wir uns mit der extremen Power, die vom Publikum kam, richtig aufladen konnten. Danach wollte ich noch mal 100 an die schon gespielten 125 Shows der Tour anhängen, aber die anderen wollten nicht mehr. Ich begann gleich nach ‘Monotheist’ mit dem Ideensammeln für ein neues Album, was für mich ganz selbstverständlich war, da ich einfach für das Musikmachen lebe. Bei den anderen waren die Prioritäten wohl anders gelagert, aber vielleicht konnte nur durch diese Entwicklung TRIPTYKON erst entstehen. Bei mir ist es so, daß ich einen Überlebensinstinkt habe, und wenn ich mit dem Gesicht auf dem Boden liege, beginnt es gleich zu rattern, und ich habe neue Ideen, um aus der Krise herauszukommen.”

Daß Tom dabei keine Sekunde daran gedacht hat, den berühmten Namen alleine weiterzuführen, spricht für seine ehrliche Persönlichkeit. Selbst wenn er das meiste des bisherigen Materials alleine geschrieben hat, mußte also ein neuer Name im Musikzirkus auftauchen...

“Zum einen ist TRIPTYKON bereits mein drittes, okkultes Musik-Kind, dann kommt der Kraft der Zahl Drei natürlich eine immense Bedeutung zu, und außerdem kann ich auch gerne aus der Malerei meine Inspiration durch Triptychen, also dreigeteilte religiöse Gemälde, nennen, wie es etwa Hieronymus Bosch mit seinem berühmten ‘Garten der Lüste’ erschaffen hat, von dem wir ja den rechten Teil bereits für unser 1987er Album ‘Into The Pandemonium’ als Cover entliehen haben.”

Andrash Kais

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